«Ein Eintrag mit Bild im Guinness-Buch der Rekorde ist krass»

Heidi Ulrich ist die schnellste Windsurferin der Welt. Den Eintrag ins berühmte Buch hat die 39-Jährige aus Flüelen damit ebenfalls geschafft. Wer die Ausgabe von 2024 des Guinness-­Buches der Rekorde aufschlägt, wird Ulrich direkt auf den ersten Seiten entdecken.   

zu sehen ist eine Frau mit Wollmützevauf einem Stein.Sie trägt FlipFlops. Sie winkt und lacht in die Kamera, Hinter hier ist die gelbe Flagge aus Uri mit dem schwarzen Stier. Sie ist am Strand, am Meer.
Heidi Ulrich tranieirt in Irland. Bild: zvg

Wie schafft man es ins Guinness-Buch der Rekorde?

Heidi Ulrich: Es wird ein offizieller Weltrekord verlangt, der unter den speziellen Kriterien entstanden sein muss, die das Guinness-Buch der Rekorde vorgibt. Es braucht Video- und Fotomaterial, aber auch Personen vor Ort, die den Rekord bestätigen, und es braucht die offiziellen gemessenen Zeitdaten. Je nach Sportart muss das der offizielle Verband absegnen und beglaubigen. Sobald alle Kriterien einem offiziellen Weltrekord entsprechen, hat man die Möglichkeit, im Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Wenn es verrückt genug ist.

 

Wie war das bei Ihnen?

In meinem Fall passierte der ­Rekord beim offiziellen Weltrekord­event. Die Zeit wird dort mit Lichtschranken am Star und Ziel ausgewertet und ist als Beweismaterial gültig.

 

Wie läuft der Prozess ab, geht der Buchverlag auf die Suche nach den Rekorden?

Bei populären Sportarten kümmert sich der Verlag darum, dann gibt es auch ein offizielles Diplom wie zuletzt beim Wellensurfen und der höchsten gesurften Welle von einer Frau. Da Speedwindsurfen eine Randsportart ist, müssen die Event-Organisatoren oder der jeweilige Dachverband den Rekord einreichen. Ich weiss gar nicht, wer das in meinem Fall gemacht hat.

 

Wie haben Sie davon erfahren, dass Sie im Buch sind?

Vor einigen Monaten habe ich eine Nachricht vom Fotografen bekommen. Er wurde informiert, dass sein Foto von mir verwendet wird, und hat mir dann freudig mitgeteilt, dass wir ins Guinness-Buch kommen werden. Ich wusste gar nichts davon und habe mich auch nicht weiter darum gekümmert. Letzte Woche hat dann mein Hauptsponsor ein Foto von der Buchseite geschickt. Sie haben dem Sohn das Buch zum Geburtstag geschenkt und dieser hat dann die Firma der Eltern auf meinem Segel entdeckt.

 

Eine tolle Überraschung.

Es ist wirklich cool. Ich habe 2020 schon einmal einen Eintrag geschafft. Das war der Rekord über die nautische Meile, das sind ungefähr 1,85 km, beim Prince of Speed, den ich 2019 aufgestellt habe. Das war eine kleine Textmeldung mitten im Buch. Dieses Mal bin ganz vorne auf Seite vier mit einem grossen Bild fast über die halbe Seite. Natürlich freut diese Präsenz auch meinen Segel- und Brettsponsor Patrik. Der Firmengründer ist selbst Speedfahrer und hat schon x-mal versucht, den Weltrekord zu knacken, und ist immer knapp gescheitert. Dafür hat er es jetzt mit dem eigenen Material in dieses Buch geschafft.

 

Sie halten einige Weltrekorde im Windsurfen. Welcher steht jetzt im Buch?

Das ist der Rekord in unserer Königsdisziplin über 500 Meter, den ich ziemlich genau vor einem Jahr in Namibia aufgestellt habe. Meine Geschwindigkeit betrug 46,8 Knoten, also rund 87 Kilometern pro Stunde.

 

Sind Sie die erste Urnerin im Buch?

Wir haben so viele tolle Athleten im Kanton Uri, zum Beispiel den Skifahrer Bernhard Russi oder den Extremkletterer Dani Arnold. Letzterer war ja auch in letzter Zeit sehr präsent in den Medien mit seiner Netflixdoku. Er hat auch viele Weltrekorde. Ich bin mir also nicht ganz sicher, ob ich tatsächlich die erste Urnerin im Buch bin. Ich habe das nicht nachgeforscht, aber von einigen Leuten gehört, dass es wahrscheinlich so ist. Wenn es so wäre, ist das natürlich megacool, aber ich würde es auch jedem anderen gönnen, denn sie sind in meinen Augen noch grössere Ausnahmetalente, als ich es bin, und hätten es absolut verdient, in diesem Prestigebuch vertreten zu sein.

 

Wie fühlt sich das an, in diesem berühmten Buch zu sein?

Ich finde es super, das mit dem Bild auch meine Haupt- und mein Materialsponsoren so gross im Buch drin sind. Es ist ein Buch, das wirklich jeder kennt. Viele haben es schon als Kind zu Weihnachten geschenkt bekommen und kaufen es sich weiterhin als erwachsene Personen. Ich habe von vielen Bekannten gehört, wie toll sie es finden, mich im Guinness-Buch zu sehen.

 

Sie sind sogar ganz vorne auf der vierten Seite und damit nicht zu übersehen.

Dass ich ganz vorne bin, ist natürlich extrem cool. Jeder fängt in der Regel in einem Buch vorne an und hört dann irgendwann auf. Es sind ja so viele Informationen auf engstem Raum. Dann schlägt man irgendwann wieder irgendeine Seite auf und liest weiter. Die Sichtbarkeit auf den ersten Seiten ist sicher grösser, dort ein Bild von mir zu haben, ist schon krass.

 

Was bedeutet das für Sie?

Es freut mich, dass Windsurfen als Sport vertreten ist. Vielleicht hilft es, dass noch mehr Leute sich dafür interessieren und es mal ausprobieren. Es ist ein genialer Sport, der einem sehr viel gibt.

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